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Mobile SEO – bist Du bereit für eine Revolution?

Mobile SEO – bist Du bereit für eine Revolution?
Wack oder Top?

Dieser Beitrag stützt sich inhaltlich auf meinen Vortrag „Mobile SEO – bist Du bereit für eine Revolution“ auf der Internet Briefing Suchmaschinenkonferenz in Zürich am 6. Februar 2015

Die Online Welt sieht mobile. Twitter und Facebook launchten jeweils im März 2013, sowie im Januar 2014 auf mobile abgestimmte Redesigns ihrer sozialen Plattformen. Google macht nach eigenen Angaben mit dem Hummingbird Update im Jahr 2013 die grösste Änderung am Algorythmus seit Bestehen.

Weg vom Verstehen eines einzelnen Keywords, hin zur Semantik. Wortzusammenhänge und die Absicht des Users hinter einem ganzen Satz soll verstanden werden. Ganze Sätze weil wir mehr und mehr Suchanfragen über Sprachsuche eingeben.

Auf der SES in London hat Googles Managing Director für Performance Media Solutions,  Ian Carrington,  gesagt Suchanfragen über die Voice Search haben sich 2014 YoY verdoppelt und dorthin wird die Reise auch weiterhin gehen.

Gerade in den letzten Wochen und Monaten folgten viele Änderungen in den Google Suchresultaten. Angefangen bei dem Redesign im Oktober 2014 über die Kennzeichnung  „Für Mobilgeräte“  die  rote Flagge, die angibt ob eine Seite langsam lädt.

Wie ernst es Google ist, zeigen auch die Mails, welche an Webmaster verschickt werden mit dem Hinweis dass die Webseite nicht für Mobilgeräte optimiert ist. Erst vor kurzem hat Google offiziell bekannt gegeben ab 21 April 2015  mobile Seiten und indexierte Apps besser ranken zu lassen . Grund genug sich als eCommerce Player umzustellen.

Es ist hart zu erahnen wie schnell Mobile wächst

Im Jahre 2001 hat Apple erstmals den iPod vorgestellt, dessen Veröffentlichung schlug ein wie eine Bombe. Es war das erste mobile Gerät mit grosser Speicherkapazität für MP3 Dateien, welchen in Apple Manier zudem auch sexy vermarktet wurde. Ich erinnere mich heute noch an die schattierten Figuren, bei denen man bloss die weissen Kopfhörer sah.

In den ersten 2,5 Jahren wurde der iPod weltweit knapp zwei Millionen mal ausgeliefert. Dies wurde im Jahre 2007 durch das erste Iphone mit knapp 35 Millionen Auslieferungen in den Schatten gestellt.

Das iPad verdrängte daraufhin das iphone im Jahr 2010, mit 100 Millionen Auslieferungen.Android vs Ios

Android, 2008 anfangs mit Startschwierigkeiten, hat mittlerweile aber mit 84% Marktanteil den Betriebssystemmarkt in fester Hand. Unnötig zu sagen das Android eine Open Source Software und iOS nicht ist.

Bis heute wurden 700 Millionen Geräte mit dem beliebten Betriebssystem ausgeliefert.

 

Android auf mobilen Geräten

Ausgelieferte Geräte mit Android Betriebssystem 2008 – 2014

Im letzten Jahr hat laut Comscore die Anzahl Mobile User die Anzahl Desktop User überholt und wird das Jahr 2015 wohl mit knapp 1.9 Milliarden Mobile Usern abschliessen.

Das sind fast soviel User wie die Volksrepublik China (1.36 Mrd) , Die USA (318 Mio), Deutschland (80 Mio)  und die UK (64 Mio) zusammen Einwohner haben.

Desktop vs Mobile User

Desktop vs Mobile User

 

Die Lage ist also ernst für den Desktop Traffic und noch ernster für Internet Unternehmen die ihren Service nicht für mobile Geräte optimiert hat.

Alle sind mobile, aber was machen die?

American Online (AOL) hat in Kollaboration mit der BBDO hinter den Absichten der Mobile User geschaut und mit Hilfe der Ergebnisse der Studie 7 Shades of Mobiledas Nutzerverhalten  in sieben Nutzungsbereiche unterteilt.

whatpeopleusetheirmobilefor  Im folgenden die 7 Bereiche nach Zeitintensivität pro Monat geordnet:

  1.  46 % oder 864 Min/Monat – Me Time (Zeit für mich) =Videos gucken, Spiele spielen, Gossip lesen
  2. 19 % oder 410 Min/Monat –  Soicalize (Socializing) = Twitter, Facebook, Skype etc.
  3. 12% oder 126 Min/Monat – Shop (Online Shopping) = Online einkaufen und/oder Produktinformationen (Preisvergleich, Testberichte) lesen
  4. 11% oder 133 Min/Monat – Accomplishing (Erledigungen) = Online Banking, Evernote etc.
  5. 7% oder 61 Min/Monat  Prepare (Vorbereitungen) = Flüge buchen, Online einchecken, Fahrplan checken, Route ausmachen etc…
  6. 4% oder 47 Min/Monat  Discover (Neues entdecken) = News
  7. 1 % oder 21 Min/Monat Express Myself (Selbstverwirklichung) =  Hobbies und Interessen verfolgen (Blogs lesen, Beiträge studieren etc.)

Vor allem interessant dass beim Shopping nicht nur der tatsächliche Einkauf im Vordergrund steht, sondern auch das Informieren über Produkte mittels Testberichten, Preisvergleichen etc.. Hier können und sollten wir im eCommerce dafür sorgen den kompletten Kaufentscheid auch über derartigen Content mit zu beeinflussen, dies wird meiner Meinung nach in Zukunft die grösste Herausforderung sein

 Warum ist  das alles wichtig für SEO?

Suchmaschinen haben auch auf dem mobilen Gerät eine sehr hohe Nutzungsintensität. 74% aller Suchenden auf einem mobilen Gerät nutzen hierfür eine Suchmaschine.

 

Anzahl Suchanfragen auf mobilen Geräten

Anzahl Suchanfragen auf Mobilen Geräten (Quelle: Google Insights)

 

Googles Head of Spam, Matt Cutts, hat im März 2014 auf der SMX die Aussage getroffen, dass es ihn nicht wundern würde wenn in 2014  Suchanfragen auf mobilen Geräten die auf Desktop Systemen überholen würden (Quelle).  In Indien ist dies bereits der Fall, in Europa wird dies wohl noch im Jahr 2015 passieren.

Suchanfragen auf Mobile überholen Desktop

Suchanfragen auf mobilen Geräten vs. Desktop (Quelle:ga.statscounter.com)

Es werden mit zunehmenden Suchanfragen auf mobilen Geräten, sowie den laufenden Aenderungen bei Google (Re-design, Für mobile Geräte kennzeichnung etc.) nicht nur für SEO neue Herausforderungen bevorstehen, sondern für die gesamte eCommerce Branche.

Think mobile First!

was ist mobile seo

Berührungspunkte mobile SEO

Mobile SEO hebt sich nicht wesentlich von Desktop SEO ab. Keywordrecherche, Contentstrukturierung, Crawlbarkeit und Zugänglichkeit über interne und externe Verlinkung bleiben auch auf dem mobilen Gerät Basics.

SEOs auf dem mobilen Gerät arbeiten viel mehr auf Userfreundlichkeit hin. Elemente auf der Seite müssen für die Darstellung auf dem kleinen Screen angepasst und optimiert werden. 

Meiner Meinung nach gibt es folgende Berührungspunkte im SEO,  Local, Content und die Wahl der Plattform.

Local SEO – dein Freund und Feind

Lokalität hat auf mobilen Geräten einen sehr hohen Stellenwert. Immerhin hat laut Google jede zweite Suchanfrage auf einem mobilen Gerät „Local Intent,“ lokalen Bezug.

Wo befindet sich die nächste Pizzeria?, Wie lange hat der Zoo geöffnet?, Wie komme ich zur nächsten Bushaltestelle, Was läuft heute abend 20:00 Uhr im Kino?

lokale Suchanfragen

Charakteristik zu lokalen Suchanfragen

 

Mobile User sind sehr loyal, 25% aller Suchenden, suchen täglich nach lokalen Informationen. Sie sind vor allem aber sehr kaufwillig, denn 75% aller Suchen führen am Ende auch zu einer Transaktion.

Umso wichtiger für Unternehmen mit lokal fokussiertem Business, für Suchmaschinen gut aufgestellt zu sein.

Abhilfe schafft hier unter anderem Google My Business. Mithilfe diesen Service hilft man Google alle businessrelevanten Informationen für Google, strukturiert,  zugänglich zu machen um es später dann in einer Karte (Bsp. Ristorante Modimo) auspielen zu lassen.

Schade nur dass der User nicht auf die Webseite gehen muss, sondern direkt alle Informationen wie Öffnungszeiten und Bewertungen  angezeigt bekommt, ja sogar von der Karte anrufen und einen Tisch reservieren kann. Trafficziele braucht man sich hier nicht wirklich zu setzen.

Lokale Suchanfrage

Suchergebnis für lokale Suchanfrage „Pizzeria in Luzern“

 

Google My Business reicht aber nicht um lokal gut aufgestellt zu sein, wer als lokales Business und eine eigene Webseite hat, sollte sie ebenfalls mit Schema.org Markups austatten. Hat man mehrere Stores und Branches empfehle ich für jede eine eigene Seite unter einer Übersichtsseite (Store Locator) zulegen und diese ebenfalls mit Schemas zu versehen.

Man sollte sich such weiter bei anderen lokalen Plattformen wie z.B. Yelp eintragen, denn man kann davon ausgehen das Google diese bevorzugt crawlt. Der Abgleich und damit die Bestätigung der Informationen für Google hilft beim ausspielen der Local Ergebnisse.

Content Marketing ist Mobile Marketing

Metime„, „Preperation„, „Self Expression und „Shopping“ aus der oben erwähnten Studie, setzt Content voraus. Emails,  Newsletter, Infografiken, Beiträge sollten in erster Linie alle für das mobile Gerät und nicht für Desktop erschaffen und gestaltet werden. Sprich ein „Mobile First“ Ansatz setzt voraus,  man startet mit dem kleinsten Screen und adaptiert diesen an die nächst grösseren Screens (Tablet & Desktop).

Dabei helfen können die Entwickler Tools im Chrome Browser. Erreichbar über das Gitter (Optionen) oben Rechts im Chrombrowser – Weitere Tools – Entwicklertools.

Chrome Entwicklertools

Oben rechts im Browser über die Optionen – weitere Tools – Entwicklertools

Im Fenster der Entwicklertools findet man oben links ein kleines Mobile Symbol. Klickt man hierdrauf, öffnet sich eine neue Ansicht. Nun kann man oben über „Devices“ ein bestimtes Mobil Gerät aussuchen und sogar die Netzgeschwindigkeit wählen. Hat man ein Gerät ausgesucht, wird die Seite exakt  auf den Screen des ausgewählten Geräts angepasst.

Ueber das kleine Mobile Symbol in den Entwicklertools kann die Screenansicht geändert werden

Ueber das kleine Mobile Symbol in den Entwicklertools kann die Screenansicht geändert werden

Hier ist es enorm wichtig dass man Schriftgrössen und Symbole für den kleineren Screen anpasst. User bzw. Daumenfreundlichkeit spielt hier eine grosse Rolle.

Seit kurzem informiert Google auch in den Google Webmaster Tools über die Benutzerfreundlichkeit einer Seite. Diesem sollte unbedingt Beachtung geschenkt werden.

 

Google webmaster tools benutzerfreundlichkeit mobile

Benutzerfreundlichkeit auf Mobilgeräten in GWT

Die Wahl der Plattform wird in Zukunft entscheidend sein

Nun stehen viele vor der Entscheidung eine seperate mobile Webseite zu fahren ( oder seine schon bestehende Desktopseite responsive anzubieten.

Seperate mobile Site (m.beispiel.ch)

Fährt man die Strategie mit einer seperaten mobilen Webseite hat man natürlich mehr Aufwand, zwar gleichen Content, aber für die unterschiedlichen Seiten auch unterschiedlich verpackt und optimert. Wichtig ist hier auch sich wirklich nur für eine seperate Domain zu entscheiden

Wie man seien seperate mobile Seite für Suchmaschinen optimiert habe ich anhand einer kleinen Case Study 6 Tipps wie Du Deinen mobile Traffic verdoppeln kannst schon im Jahr 2013 zusammengestellt

Responsive Webdesign

Ein weiterer Weg kann Responsive Webdesign sein, sprich eine Seite für verschiedene Screens optimiert bzw. die Seite passt sich dem Screen an. Vorteil hier ist man braucht nur noch eine Seite zu pflegen.  Auch hier wichtig immer für den kleinen  Screen zu bauen und auf die nächst grösseren zu adaptieren.

Apps

Bei ricardo.ch ist die App ein entscheidender Trafficlieferant. Der  jährliche Wachstum beträgt 30% (2013 vs. 2014) und die Tendenz ist steigend.

Gerade was Apps, oder besser gesagt Android Apps angeht, ist Google ebenfalls auf dem Vormarsch um deren Inhalte noch besser zu verstehen und im Index mit aufnehmen zu können.

Android App Indexing

Tiefenlinks in der App ermöglichen

Tiefenlinks in der App ermöglichen

Im Oktober 2013 hat Google offiziell bekannt gegeben dass sie daran arbeiten Appinhalte von Android Apps zu indexieren. Nach einer Testphase mit global  nur einigen Firmen,  folgte dann gegen Mitte 2014 die Oeffnung für alle Anbieter einer Android App.

Im Prinzip funktioniert dies wie folgt:

  1. Man ermöglicht Tiefenlinks in der App und definiert diese
  2. Man verknüpft die Desktop Seite mittels „rel=alternate“ Tag mit der App
  3. Man verbindet die App mittels Google Webmaster Tools und Google Play.

Eine wirklich gute ausführliche Dokumentation wird, wie immer , von Google selbst angeboten und kann hier nachgelesen werden.

Wir arbeiten gerade für die ricardo Apps an dieser Möglichkeit.

Mobile bei ricardo.ch

ricardo besteht derzeit noch aus drei verschiedenen Zugriffsarten , unseren native Apps (iOS & Android) einer seperaten mobilen Seite (m.ricardo.ch) sowie der klassischen Desktop Seite (ricardo.ch).

Auch wir merken den starken Zuwachs von Traffic auf mobilen Geräten, fast 50% unseren gesamten Traffics kommt im Februar 2015 über unsere Apps und unserer mobilen Seite.

Heute wird alle 3 Minuten ein Kauf über ein mobiles Gerät getätigt und 13 Gebote pro Minute abgegeben.

Wir reagieren darauf und werden bis April 2015 unseren Service auschliesslich über unsere Apps, sowie unserer Desktop Seite in fully Responsive anbieten. Auch für ricardo.ch eine kleine Revolution.

 

 

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Björn Beth

Head of SEO bei ricardo.ch AG
Vater von Superman & Batman! Head of SEO im Medienhaus Ringier AG. Ausserdem auf www.hackenteer.com unterwegs. Norddeutscher mit Herz für St.Pauli und allem was dazugehört!