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Die 10 SEO Gebote beim Aufbau eines Online Shops

Die 10 SEO Gebote beim Aufbau eines Online Shops
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Für mich war es vor kurzem das erste Mal in meiner beruflichen Laufbahn dass ich von Anfang an den Aufbau eines brandneuen Online Shops von SEO Seite betreuen durfte. Eine grosse und vor allem spannende Herausforderung. Bisher kam ich immer in Unternehmen in denen die Webseiten bereits bestanden und laufend optimiert werden mussten, was als Basis enormen Vorteil bietet. Auch zum Thema Aufbau Online Shop hat man vieles bereits in Blogs gelesen, auf Konferenzen gehört oder in Gesprächen mit anderen SEOs aufschnappen können. Alles enorm wichtig als Grundvoraussetzung um neue Situationen einordnen, und dafür Lösungen finden zu können.

Im folgenden möchte ich die für mich 10 wichtigsten Learnings auflisten. Ich freue mich auf Ergänzungen und Anregungen von eurer Seite in den Kommentaren.

1. Eins ist sicher und das ist nichts!

Auch wenn man davon ausgeht ein Entwickler kennt den Grund und Nutzen einer 404 Seite, überprüfe ob die Seite nicht doch den HTTP Status Code 200 ausgibt und indexiert ist. Insgesamt sollte alle Implementierungen akribisch getestet und überprüft werden.

2. Geh niemals davon aus dass andere wissen was sie tun – Beschreibe Anforderungen präzise!

Projektanforderungen sollten akribisch definiert sein. Jedes einzelne Detail und sei es noch so sicher diejenigen die es umsetzen sollten dies wissen, muss minutiös aufgelistet sein. Hier ist es vor allem wichtig den Prozess und die Funktionen des Projektmanagement Tools genau zu verstehen. Vor allem bei re-directs sollte hinterher nochmals darauf geschaut werden ob ein 302 oder 301 redirect gesetzt wurde. Meine Erfahrung sagt mir dass viele die Auswirkungen von re-directs auf SEO nicht kennen und oftmals einen 302 verwenden.

3. Kenne Dein CMS!

Egal mit wieviel CMS Du schon gearbeitet hast, jedes ist anders und bietet verschiedene Funktionen und Herangehensweisen. Das CMS ist dein täglich Brot und du solltest wissen wie es schmeckt. Die einfache Implementierung und Bearbeitung von von Meta Tags, Kategorietexten, Canonical Tags , Bildern sollten für jede einzelne Seite möglich sein. Es ist auch von Vorteil Robot Instructions durch das CMS editierter zu machen, damit man damit nicht immer dem Entwickler auf die Nerven gehen muss.

Im Folgenden eine kleine abgespeckte Auflistung die das CMS im Hinblick auf SEO mitbringen sollte:

  • Title Tags sollten für jede Seite manuell editierbar sein. Hinzukommt Regeln zu erstellen im Falle der automatischen Aufstellung von Meta Angaben ( Was soll am Anfang des Tags stehen, was am Ende etc.), die in jedem Fall ebenfalls manuell editierbar sein sollten
  • HTML Text Editor in dem H1-H2-H3 Ueberschriften, Textstilarten, Link einsetzen möglich ist
    Anchortexte sollten flexibel änderbar sein. Vor allem in der Navigation sollte die Möglichkeit bestehen ohne viel Aufwand die Linktexte zu den einzelnen Kategorieseiten zu ändern. Dies kann vor allem bei Saisonalitätsabhängigen Keywords wichtig sein.
  • 301 re-direct Funktion. Es sollte unbeding darauf geachtet werden dass das CMS für den Webmaster eine einfache Funktion zur Verfügung stellt in der er problemlos 301 re-directs setzen kann ohne auf den nächsten Sprint zu warten. Dann kann es meist schon zu spät sein.
  • Bilder und Alt Attribute sollten einfach anpasspar und editierbar sein
  • URLs sollten einfach anpassbar sein. Wie noch in Punkt 7 beschrieben wird kann es passieren dass die Struktur der URL nicht optimal für SEO und User ist. Im CMS sollte es unbedingt die Möglichkeit geben diese URL seinen Bedürfnissen anpassen zu können.
  • Canonical Tags  sollten ebenfalls einfach über das CMS einfügbar gemacht werden ohne vorher Tickets bei Entwicklern erstellen zu müssen und dann lange auf die Umseztung zu warten. Gerade bei Online Shops ist die Gefahr von Duplicate Content enorm hoch.
  • Robots Angaben (follow, nofollow, index, noindex) sollten über das CMS problemlos anwendbar gemacht werden.
  • Breadcrumbs – Das CMS sollte Breadcrumbs einfach implementieren können. Breadcrumbs verhelfen dem Crawler dabei noch mehr Fokus auf die interne Linkstruktur (Hierachie) zu geben.
  • NoFollow Link Attribute in Bewertungen und Kommentaren sollten obligatorisch sein
  • 4. Jeder kämpft für sich – Du für SEO!

    Die Ideale Welt, jeder denkt an die Auswirkungen auf SEO bei Projektentwicklung, gibt es nicht.
    Bei einem Shop Launch kämpft jeder dafür das sein Projekt, seine Anforderungen mit in den nächsten Sprint kommen, damit es auf Teufel komm raus noch implementiert wird. Diejenigen die alle Anforderungen priorisieren wissen nicht immer einzuschätzen welche Auswirkungen dies auf SEO haben könnte. Hier Punkt 2 Ganz wichtig, „make them aware“ und zu deinem besten Freund. Beschreibe präzise und erkläre alles minutiös.

    5.Ueberzeuge den Boss!

    Geht im Einklang mit Punkt 4. SEO scheint in vielen Köpfen noch ein Mysterium zu sein. Auswirkungen, Methoden, Strategien sind nicht jedem bekannt und viele denken noch immer SEOs basteln nur mit Links herum. Ich habe verdammt gute Erfahrungen damit machen können immer den Chef zu überzeugen. Hat der Chef SEO verstanden, ist es leichter Implementierungen durchzubringen.

    6. Du kannst nur 100% dabei sein, 50% geht nicht!

    Um ein Webshop zu betreuen musst Du 100% in-House dabei sein. Zuviel Faktoren die auf SEO Auswirkungen haben spielen hier rein. Content, Design, Landing Page Aufbau, Usabillity etc. Um hier den Überblick zu behalten musst du eng am Team und eng am Projekt arbeiten. Punkt 2 spielt hier eine grosse Rolle. Der ständige Austausch mit anderen, involvierten Parteien ist ein Muss!

    7. Hüte Deine URLs

    Bei einem Shop mit Facetten- und Filterfunktion wird diese Einschränkung an der URL angehängt, damit das System weiss was er dem User anzeigen muss. Diese URLS können dann mal so aussehen:

    http://www.beispielshop/sport-und-freizeit/sportart/wassersport/c/07?filter_c-sport-type=sport_type_diving&filter_c-sport-type=sport_type_surfing&filter_c-sport-type=sport_type_swimming&view=grid

    Nicht Ideal für Suchmaschinencrawler und für User schon gar nicht. URL Rewriting sollte von Anfang an berücksichtigt sein und durch das CMS einfach ermöglicht werden, damit Suchmaschinen-, und User freundliche URLs editierbar gemacht werden können.

    Diese sind einfacher zu merken und der Crawler kann anhand der Wörter erkennen um was es auf der Seite geht. Relevanz zum Inhalt muss unbedingt gegeben sein, heisst Keywords in den URLs verhelfen zu guten rankings.

    8. Immer eine zweite Meinung einholen

    Nach intensiver Auseinandersetzung mit solch einem Projekt benötigt man auch hin und wieder etwas etwas Abstand um Betriebsblindheit zu vermeiden. Ein weiterer, frischer Blick und vor allem eine weitere Denkweise sind hier Gold wert und haben mir insgesamt sehr geholfen. Abhilfe können hier SEO Agenturen und/oder Seo Consultants bieten. Der Vorteil liegt daran dass diese mit einem externen Auge einen ganz anderen Blick auf das Projekt werfen und auf Dinge aufmerksam machen können, die man übersehen haben kann.

    9. Gute Keywordrecherche

    Nun kann man streiten in wie weit der Fokus auf Keywords noch wichtig ist im SEO, für einen Online Shop wird es weiterhin enorm wichtig sein. Gerade für internes linking sollten meiner Ansicht nach Keywords noch exakt verankert werden. Die Navigationspunkte sollten unbedingt mit Suchstarken Keywords versehen werden, diese können dann für Meta Angaben und weitere Onpage Elemente (H1 etc.) verwendet werden.

    10. Neue Texte braucht der Shop

    Footertexterstellung war mal einfach. Top drei Keywords als Anhaltspunkt und 300 Wörter Umfang, egal wie gut der Inhalt war. Auch wenn wir noch keine Auswirkungen sehen (ich zumindest nicht), mit Hummingbird stehen wir vor einer neuen aufregenden Herausforderung.
    Hier gilt es Antworten zu liefern, Themen zu beschreiben und Nutzern einen Mehrwert zu bieten. Für einen Online Shop meines Erachtens relativ einfach. Footer Texte sollten einen Mix aus Produktbeschreibung und einer Art Bedienungsanleitung für den Shop sein. Wie benutze ich Filteroptionen, wie kann ich nach Preis ordnen etc. Konzentriert man sich weiter auf Frage – Antwort Sätze optimiert man schon in Richtung Hummingbird.

    Ein gutes Beispiel ist auch eine Landingpage über Gartengestaltung. Hier kann man wunderbar im Text darüber informieren wie man bspw. Hochbeete anlegen kann, Unterschiede zwischen Sommer- und Wintergemüse oder was man beim Kauf eines Gewächshauses beachten sollte.

    Footertexte machen nicht nur bei den Listings Sinn. Auch Einführungstexte auf den obersten Kategorieseiten helfen bei der Relevanz und verhelfen zu besseren Rankings.

    Zusammenfassend lässt sich sagen, du bist der SEO Profi. Niemand sonst In-House weiss wie SEO läuft. Du musst dir Verhör beschaffen und die Projektteilhaber mit deinem Wissen überzeugen. Es hilft nichts die besten Ideen zu haben, aber niemand versteht was du meinst.Ein Shop Launch ist am Ende eine Teamleistung, bring deine Stärken mit ein!

    Ich hoffe meine Learnings helfen euch weiter beim Aufbau eures Online Shops. Ich freue mich auf Ergänzungen von eurer Seite in den Kommentaren.

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    Björn Darko

    Director Digital Strategies Group bei Searchmetrics
    Vater von Superman & Batman! Director Digital Strategies bei Searchmetrics. Vorher Head of SEO im Medienhaus Ringier AG, sowie Head of SEO bei ricardo.ch.Ausserdem auf www.hackenteer.com unterwegs. Norddeutscher mit Herz für St.Pauli und allem was dazugehört!

    1. Ein wirklich guter Überblick!

      Was wir als externe Berater von unseren Kunden wünschen -und in letzter Zeit vermehrt antreffen- ist eine wachsende SEO-Sensitivität. Wir „bauen“ Konzepte, Onlineshops bis hin zu ganzen Abteilungen im Online-Marketing und haben darum häufiger die strategische Brille auf. Ich versuche mal in gleicher Tonalität aus der praktischen Erfahrung zu erwidern:

      1. Erlaube das Crawling erst, wenn Du wirklich fertig bist. Disallow: / ist bis dahin Dein bester Freund.
      2. Sensibilisiere den Kunden oder: SEO-Konzept als erster Schritt der Umsetzung -von der Keywordrecherche bis hin zur Auswahl des Shopsystems. Wie immer gilt: viel hilft nicht viel.
      3. Hole alle Entwickler an Board: Die Frage: „machen wir einen SEO-Shop oder E-Commerce“ teilt hier oft die Gemüter – SEO ist ungemütlich!
      4. Hole die IT an Board: Die oft vernachlässigten Server-Konfiguration und Weiterleitungen sind Key!
      5. Halte den Spiegel vors Gesicht und vergleiche die Performance mit Deinen Wettbewerbern. Achte auf die Ladezeiten.
      6. Strukturiere alle Inhalte – vom Bild bis zur individuellen Produktbeschreibung – Suchmaschinenfreundlich und einzigartig.
      7. Setzte alle verfügbaren Tools ein, die Dir Kontrolle über Deine Performance geben.
      8. Kaufe niemals Links ohne Dir über die Konsequenzen im Klaren zu sein.
      9. Habe Geduld – SEO liefert keine Resultate über Nacht.
      10. Bewerte SEO nicht über und verhalte Dich so, wie es der gesunde Menschenverstand gebietet. SEO ist keine Wissenschaft und wird oft als Heilmittel für zu wenig Traffic angepriesen. Ist das auch bei Dir der Fall, solltest Du kritisch hinterfragen, ob Deine Webseite für andere so wichtig ist, wie Du sie selbst empfindest.

      Ganz wichtig:

      11. Mache in Deinen Shop und nicht (nur) den SEO erfolgreich….

      • Hey Thomas vielen Dank für die super Ergänzung!

        Ich möchte ein Paar Dinge herausstellen

        1. Solang nix fertig ist nichts indexieren: Ist n Ansatz den ich auch so sehe und der auch schon Thema war. Hier bedarf es extra Überzeugungskraft beim Chef wenn du dem vor Weihnachten erzählst es wird nix indexiert, vor allem wenn du ihm klar machst wie lange nicht (ressourcen, priorisierung von Projekten etc)

        Und damit zu einem weiteren Punkt den du angesprochen hast. Man muss sich überlegen ob man den Shop für SEO baut oder für eCommerce. Genau bei dieser Frage ist die Antwort, natürlich für eCommerce aber SEO soll ein Teil sein. Die Priorisierung von Projekten aber zeigt dass SEO meist an letzter kommt aus einigen der oben genannten Gründe im Artikel.

        SEO sollte als eigenständiger Marketing Channel verstanden und bereits bei Businessplanung souverän behandelt werden und nicht als nettes nice to have!

        Und damit zu deiner Aussage SEO ist ungemütlich. Damit triffst Du meines Erachtens den Nagel auf den Kopf und beschreibst mit einem Satz vieles aus dem Artikel. Als SEO muss man allen ständig auf den Sack gehen und da freut sich nicht jeder drüber ist aber notwendig.