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7 Tipps für eine erfolgreiche SEO-Weihnachtsstrategie

Wack oder Top?
Note: Dieser Beitrag ist im Original, am 4.11.2019, auf onlinemarketing.de erschienen.

Bald beginnt der Weihnachtswahn. Wir zeigen dir, wie du diesen für deine SEO nutzen kannst.

© Shutterstock

Suchmaschinen sind der Ausgangspunkt für Millionen von Online-Recherchen nach den richtigen Weihnachtsgeschenken für Familie und Freunde. Wie Online-Unternehmen die richtige SEO- Strategie finden, um vom Weihnachtsgeschäft maximal zu profitieren, möchte ich anhand der folgenden sieben Tipps zeigen.

1. Recherche nach Gaps und Optimierungspotenzial

Wussten Sie, dass „Weihnachtsgeschenke für Frauen“ in Deutschland zehn Mal so häufig gegoogelt wird wie „Weihnachtsgeschenke für Männer“? Männer suchen also deutlich häufiger eine weihnachtliche Geschenkberatung als Frauen. Das ist nicht ganz überraschend – aber doch wesentlich für die Planung der richtigen SEO-Strategie fürs Weihnachtsgeschäft. Deshalb ist es enorm wichtig, vor dem Peak die meistgesuchten, relevantesten und wertvollsten Keywords für das vierte Quartal zu recherchieren. Hierbei gibt es vier grundlegende Teilbereiche der Keyword-Analyse und -Optimierung:

  1. Recherche der wichtigsten Weihnachts-Keywords in der eigenen Online-Branche: Diese Analyse gibt einen guten Überblick, welche Gaps und Potenziale die eigene Website noch hat – und ob Sie bereits alle relevanten Weihnachts-Keywords mit entsprechenden Detail- oder Kategorieseiten abbilden.
  2. Erstellung von neuen URLs: Durch die Eingangsrecherche an Keywords haben Sie nun vielleicht Gaps entdeckt – Keywords mit Weihnachtsbezug, die für Ihre Branche relevant sind, aber von Ihnen noch nicht bedient werden. Zudem wird es in jeder Saison neue Keywords geben, die von neuen Einkaufstrends, neuen Marken und neuen Produkten bestimmt werden. Mit den gewonnenen Daten, können Sie nun neue URLs mit entsprechendem Content erstellen.
  3. Recherche der eigenen Weihnachts-Performance: Analysieren Sie, welche Ihrer spezifischen Weihnachts-URLs bereits sehr gut performen – und welche Seiten noch optimiert werden können.
  4. Optimierung von bestehenden URLs: Nach der Recherche wissen Sie also, welche Ihrer Produkt-, Kategorie- und Verkaufsseiten sie mit aktuellen Inhalten verbessern können, um die aktuelle Weihnachtssaison und die Kunden-Nachfrage optimal bedienen zu können.

2. Top-of-Funnel-Inhalte erstellen

Erstellen oder optimieren Sie dabei Ihre Produkt- und Kategorieseiten sowie Weihnachtsverkaufsseiten nicht nur für Suchanfragen mit Transaktionsabsicht, sondern stellen Sie auch sicher, dass Sie zusätzlich informierende Inhalte integrieren. Denn die überwiegende Zahl der Suchanfragen im Sales Funnel – rund 80 Prozent – lässt sich dem Awareness- und Consideration-Bereich zuordnen. Dies bedeutet: Nutzer wollen informationale Inhalte; Antworten auf Fragen. In dieser Phase geht es noch lange nicht darum, bei welchem Online-Shop der Kauf getätigt wird, sondern um die anfängliche Recherche nach Produktideen.

Als Beispiel können wir wieder die anfangs vorgestellten „Weihnachtsgeschenke für Frauen“ nehmen. Nutzer googeln und bingen diesen Begriff, weil sie Inspiration suchen. Hier helfen vor allem Listings – etwa „10 beste Reisegeschenke für Ihre Frau“ – bei der Entscheidungsfindung und passen hervorragend zur Suchintention. Wenn Sie solche Informationsseiten mit Ihren Produktseiten verknüpfen, können Sie versuchen, Nutzer, die sich zunächst informieren wollten, über sogenannte Conversion Trigger auch zum Kauf zu bewegen.

3.Content erstellen für Backlinks

Eine gute Strategie für eine optimale Weihnachtsbilanz ist es ebenso, saisonale Inhalte zu erstellen, die dann von Publishern, Blogs und via Social aufgegriffen werden. Ein Test von Produkten und Plattformen, Infografiken mit spannenden Fakten, eine Top 10 der neuesten, beliebtesten oder kuriosesten Geschenkideen oder eigene Marktforschungsstudien mit Daten für die eigene Branche, können Markenbekanntheit und Traffic steigern – und vor allem Backlinks generieren.

Eine Berichterstattung von Medien wird wahrscheinlicher, je exklusiver die Informationen sind, je größer der potenzielle Kreis der Interessenten ist und je passgenauer der Content zur aktuellen Themenlage der Redaktionen passt. Egal, ob Sie nun Backlinks oder „nur“ Mentions bekommen: Jede Form von Aufmerksamkeit ist gut, kann zu mehr Brand Awareness, Direct Traffic und letztlich auch zu besseren Rankings führen.

4. Für die Bildersuche optimieren

Laut Google geben 50 Prozent der Online-Käufer an, dass Bilder von Produkten ihre Einkäufe inspiriert haben − und das Einkaufen zu Weihnachten kann natürlich ein sehr visuelles Erlebnis sein. Die Menschen sind von starken Bildern inspiriert, und das können Sie in Ihrer Suchstrategie nutzen. Stellen Sie sicher, dass Sie qualitativ hochwertige Produktfotografien auf Ihrer Website priorisieren und sie für eine Top-Platzierung in den Suchergebnissen für Google Bilder optimiert sind. Tatsächlich hat Google seine Bildsuchfunktion überarbeitet, um Nutzern das Durchsuchen von Produktbildern zu erleichtern. Zudem können nun Produktdetails, Preise und Bewertungen für Produkte angezeigt werden, die in Bilder-Suchergebnissen ranken. Für eine Optimierung auf die Google-Bildersuche sollten Datei-Namen, Image-Title und Alt-Attribut möglichst aussagekräftig und reich an relevanten Keywords gewählt werden. Die verwendeten Bilder sollten zudem in eine XML-Sitemap eingebunden werden.

5. Gute interne Verlinkung

Es müssen nicht immer Backlinks sein: Eine sehr gute Möglichkeit, den Linkjuice auf der eigenen Domain zu verbreiten, sind interne Verlinkungen. Hierbei können – und sollten – harte Keyword-Anchor-Texte verwendet werden; SEOs sind frei in der Zahl und Ausgestaltung dieses schlagkräftigen SEO-Instruments. Wer aber seine Inhalte für die Weihnachtszeit nicht perfekt intern verlinkt oder die Seiten nicht vollständig in die Taxonomie der Website integriert, verliert so vielleicht den nötigen Schwung, den die Weihnachts-Performance sonst aufnehmen würde. Dazu gehört natürlich auch die Aktualisierung der Seiten-Navigation, um die Weihnachts-URLs einzubeziehen, sowie viele relevante Ankertext- Links, um die saisonalen Inhalte zu verknüpfen. Interne Links zu den saisonalen Shopping-URLs sind für den Erfolg von entscheidender Bedeutung. Die internen Links helfen nicht nur potenziellen Käufern, die auf diesen Seiten landen, andere Inhalte – und Produkte – auf der Website leichter zu entdecken, sondern tragen auch dazu bei, den Linkjuice besser zu verbreiten, um mit der gesamten Website höhere Rankings zu erzielen.

6. Soziale Netzwerke nicht vergessen

Google mag für einen großen Teil der Bevölkerung für die Suche nach Weihnachtsangeboten zwar sehr beliebt sein, doch werden auch soziale Plattformen wie Pinterest und Instagram selbst zur Anlaufstelle für die Inspiration und Suche nach Geschenkideen – insbesondere, wenn es um die visuelle Suche geht. Stellen Sie also sicher, dass Sie visuell starken Content auf diesen Plattformen posten, nutzen Sie relevante Hashtags und lernen Sie das Surfverhalten Ihrer Nutzer besser kennen, um die richtigen Inhalte zur richtigen Zeit zu promoten.

7. Früh mit der Optimierung beginnen

Im Idealfall sollte bis zum Spätsommer die Optimierung für die Weihnachtssaison abgeschlossen sein. Es dauert eine gewisse Zeit, ehe Google überarbeitete Seiten höher einstuft oder neu erstellten Content auf einer Top-Position rankt. Dies kann erfahrungsgemäß einige Monate in Anspruch nehmen – je umkämpfter das Keyword, desto länger dauert es. Zudem zeigen Untersuchungen, dass sich die Einkaufsgewohnheiten in Deutschland zu Weihnachten ändern; Menschen starten das Weihnachtsshopping immer früher. Umso wichtiger ist es also, mit der SEO- und Content-Strategie früh zu beginnen.

Fazit

Die umsatzstärkste Zeit des Jahres auch im Online-Handel hat begonnen – und die Vorbereitungen von Online Shops sollten idealerweisen bereits im Sommer starten. Wer noch nicht begonnen hat, sollte also schnellstens die Website für das Weihnachtsgeschäft optimieren. Neben der umfassenden Keyword-Recherche mit der Erstellung von neuem und Optimierung von bestehendem Content gibt es mehrere gute SEO-Strategien, um vom Weihnachtsgeschäft zu profitieren. So kann die Erstellung von Top-of-Funnel-Content als Conversion Trigger viel Effekt haben; genauso wie die Erstellung von Content zu Produktvergleichen, Ergebnissen aus eigenen Marktforschungsstudien oder Listings für die Aufmerksamkeit durch Medien und die Generierung von guten Backlinks. Zudem sollte der SEO-Fokus speziell in dieser Zeit auf guten und optimierten Bildern für die Google-Bildersuche und für die Interaktionsrate in sozialen Netzwerken liegen, ebenso wie eine optimierte interne Verlinkung dieses saisonalen Contents in der Navigationsstruktur, in Startseiten-Teasern sowie mittels zusammenpassender Produktgruppen.

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Björn Darko

Director Digital Strategies Group bei Searchmetrics
Vater von Superman & Batman! Director Digital Strategies bei Searchmetrics. Vorher Head of SEO im Medienhaus Ringier AG, sowie Head of SEO bei ricardo.ch.Ausserdem auf www.hackenteer.com unterwegs. Norddeutscher mit Herz für St.Pauli und allem was dazugehört!